Kostbares Wildgemüse: Vogelmiere

Kostbares Wildgemüse: Vogelmiere

Normalerweise liest man im Frühjahr viel über Wildkräuter. Ich beginne aber genau jetzt im Herbst, euch ein paar Pflänzchen näher zu bringen. Der Grund dafür ist, dass genau jetzt die Zeit ist, um Wurzeln zu graben und sich an einigen Wildkräutern zu erfreuen, die nahezu das ganze Jahr über verfügbar sind. Vielleicht direkt vor eurer Haustüre.

Viele Gartenbesitzer kennen die Vogelmiere (Stellaria media) als „Unkraut“. Einmal angesiedelt, breitet sie sich teppichartig aus und bedeckt jeden nackten Boden oder überwuchert auch Gartenbeete. Bei uns hat sie sich (leider) noch nicht angesiedelt – ich wünsch sie mir einfach für nächstes Jahr 😉 Warum? Weil sie ein wetvolles Wildgemüse ist, das man das ganze Jahr über ernten kann. Ich habe vorgestern beim Spazierengehen ein ganzes Mee an Vogelmiere gefunden und werde fleißig pflücken gehen. Selbst wenn der erste Schnee schon gefallen ist, blitzt sie unter der weißen Decke hervor. Ist das nicht toll? Regional, saisonal, bio und gratis noch dazu.

Und wie sieht es mit den Vitaminen in der Vogelmiere aus? Es ist einfach unglaublich, was sich darin findet! Vitamin A, B, C, Eisen, Magnesium, Kalium, Kieselsäure, Kupfer, Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide. Der Vitamin C Gehalt ist übrigens bombastisch. 100 g Vogelmiere enthält 115 mg Vitamin C (im Vergleich: 100 g Kopfsalat enthält nur 11 mg Vit. C)!

Ihren Namen hat die Vogelmiere übrigens daher, dass Vögel bzw. vor allem Hühner absolut darauf abfahren. Weitere Namen sind auch Hühnermiere, Hühnerbiß oder Hühnerdarm – auf englisch hat sie den Namen chickweed.

Verwendung in der Küche

Ihr könnt Vogelmiere wie jedes andere (Wild-)gemüse verwenden. Z.b. Aufstriche mit Frischkäse machen, Suppen, in gemischten Salaten oder als Pesto verwenden.

Erkennungsmerkmale

Die Vogelmiere ist recht leicht zu erkennen – sogar mein Mann und meine kleine Tochter wissen jetzt, wie man sie erkennt, weil ich sie ihnen bei unserem Spaziergang gezeigt habe. Vogelmiere ist eigentlich ein sehr zartes Gewächs, der Stängel ist weich und nur an einer Seite behaart. Die Vogelmiere blüht weiß. Achtung: Verwechslungsgefahr besteht mit dem Ackergauchheil, der zwar ähnlich aussieht, aber orange und nicht weiß blüht. Auch hat er keine Haarlinie. Und das wohl signifikanteste Merkmal ist der Geruch / Geschmack nach Mais und etwas nach Erbsen. Ihr könnt den Geruchstest machen, indem ihr den Stängel einfach brecht und ein bisschen zwischen den Fingern zerreibt. Ich musste mich ehrlich gesagt erst an den Geschmack gewöhnen, weil es mich ein bisschen an Amaranth erinnert – und den mag ich nicht so besonders. Inzwischen schmeckt mir Vogelmiere sehr gut 🙂

Verwendung in der Hausapotheke

Vogelmiere wird heute meistens bei Erkältungskrankheiten oder in Salben für Ekzeme verwendet. Gemischt mit anderen „Hustenkräutern“ wie Spitzwegerich oder Malve sollte sie in keiner Hausapotheke fehlen – aber da sie ja eh fast das ganze Jahr verfügbar ist, könnt ihr euch euren Tee ja selbst pflücken:)

Rezepttipp: Pesto mit Vogelmiere und Maroni

Und zum Abschluss noch ein schnelles Rezeptchen 🙂

Für ein kleines Glas Pesto:

  • 70 g Vogelmiere
  • 70 g Sonnenblumenöl
  • 30 g gegarte Maroni
  • 30 g Parmesan
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer

Vogelmiere putzen (ev von Erde, Wurzeln etc befreien) und abspülen.

Knoblauchzehe schälen, hacken, ebenso die Maroni.

Parmesan ev. schaben oder reiben.

Alles zu einem Brei mixen und mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.

Viel Freude beim Sammeln und verarbeiten!



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